Aus dem Verkehr gezogen

Nach Abwägen der Pro und Contras haben mein Arzt und ich uns nun gemeinsam entschieden, mich eine zeitlang aus dem Verkehr zu ziehen und es mit Tagesklinik zu versuchen. Nachdem es mir seit ca. 5 Wochen von der Tendenz her schlechter statt besser geht, ist meine Angst groß, am Ende wieder in einer schweren depressiven Episode zu landen. Das möchte ich soweit möglich vermeiden. Wir haben auch eine sehr wahrscheinliche Ursache für die aktuelle Situation ausgemacht: den starken Druck, den ich mir mit meinem Perfektionismus und Leistungsstreben selbst immer mache und den ich, obwohl ich darum weiss, nur schwer allein in den Griff kriege. Dieser befördert wiederum meine Angst und die Panikattacken, was dann irgendwann die Depression auf den Plan ruft – Abwärtsspirale ahoi …

Ich fühle mich erleichtert, dass nun Hilfe in Sicht ist, schäme mich aber auch dafür, sie zu benötigen. Dafür, nicht allein klar zu kommen, dass zwei, drei Tage Ausruhen zuhause nicht ausgereicht haben, um wieder auf Spur zu kommen. Bauchgrummeln bereitet mir gerade auch, wie mein Chef wohl auf die Nachricht reagieren wird, denn er meinte letztens schon, dass er keine Vertretung für mich hat.