Gänseblümchen der Woche (42)

  • Die erste Expositionsübung geschafft. Genauer gesagt waren es sogar zwei Übungen, denn meine Co-Therapeutin und ich haben relativ spontan entschieden, nicht nur eine Expo zu den Ordnungszwängen zu machen, sondern auch zu bestimmten Zwangsgedanken. Die zweite Übung war deutlich anstrengender als Erstere; am Ende des Tages fühlte ich emotional und körperlich wie unter die Räder gekommen. Aber: Ich habe es geschafft!💪
  • Als Belohnung für die erfolgreiche Exposition habe ich mir ein Hand Lettering-Buch geschenkt. Zufällig fand ich dann in der Stadt auch noch einen günstigen, schönen Rock. Eine glückliche Fügung, weil ich beim Packen für die Klinik leider vor allem wärmere Sachen eingepackt hatte …
  • Nachrichten von und Telefonieren mit meinen Lieblingsmenschen
  • die Diagnose soziale Phobie. „Ist die jetzt vollkommen übergeschnappt, wer freut sie sich denn über eine (F-)Diagnose?“, könnte man jetzt denken. Freuen ist in diesem Zusammenhang wohl auch das falsche Wort. Ich denke, Erleichterung trifft es besser. Denn: Jetzt habe ich einen Namen für Probleme, die mich seit meiner Teenagerzeit begleiten und die über normales Schüchtern Sein hinaus gingen/gehen. Ich habe meine sozialen Ängste lange der Depression oder den Panikattacken zugeordnet, sozusagen als Begleiterscheinung. Jetzt weiß ich, wieso diese Problematiken auch schon einige Jahre vor der ersten Depression bestanden und auch in Phasen da waren , in denen Depression und Panikattacken remittiert bzw. nur schwach ausgeprägt waren. Ich habe nun eine Erklärung bekommen, die mir hilft, an meinen Schwierigkeiten zu arbeiten. Ich nehme hier am Gruppentraining für Soziale Kompetenzen teil und finde das bisher echt hilfreich. Und eine so große Überraschung war das Ganze ehrlich gesagt auch nicht. Ich hatte beim Lesen von Artikeln und Blogposts zum Thema soziale Phobie schon manchmal gedacht, dass einiges davon auf mich zutrifft. Und im Entlassungsbericht von der Depressionsstation damals findet sich sogar der Begriff als solcher … Nun: vorrangig Erleichterung und Dankbarkeit, passende Hilfe zu bekommen!
  • heute ein Spaziergang in der Sonne
  • nette Gespräche mit meinen Mitpatienten und ein, zwei geplante gemeinsame Unternehmungen
  • ein kniffliges Sudoku gelöst
  • eine coole Zeichnung, die meine Mutter für mich gemacht hat

(Infos zu den „Gänseblümchen“ findet ihr bei Annie vom Blog Hoffnungsschein. Diese schöne Idee stammt von ihr und wer mitmachen möchte, kann sich gerne anschließen!)

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