Unterwegs in fremden Therapie-Gewässern / Frage an euch

Seit einiger Zeit bin ich hier in fremden Therapie-Gewässern unterwegs, d.h. in denen der DBT.

Hintergrund ist, dass ich im Rahmen der Trichotillomanie  und Dermatillomanie Probleme mit der Impulskontrolle habe und – auch davon abgesehen – mit der Regulation bestimmter Gefühle. Diese Emotionen ängstigen oder verunsichern mich immer dann, wenn sie sehr stark sind, sodass ich auf die Zwänge, das Haare Rausziehen oder Kratzen an meiner Haut zurückgreife, um sie zu unterdrücken bzw. irgendwie zu kanalisieren. Versuche ich, diese ungesunden Verhaltensweisen zu unterlassen und stattdessen meine Gefühle zuzulassen und anzunehmen, kommt es mir oft so vor, als würde ich in meinen Gefühlen ertrinken. Quasi nicht ich habe das Gefühl, sondern das Gefühl hat mich. Was dann wiederum Angst und Hilflosigkeitsempfinden auslöst.

Darum arbeite ich mit meiner Co-Therapeutin gerade am Emotionen Regulieren, wozu sie gern auf Übungen, Arbeitsblätter usw. aus der DBT zurückgreift.

Meine Frage/Bitte an die DBT-Erfahrenen unter euch wäre:

Habt ihr vielleicht Buchempfehlungen, Auszüge aus euren Therapieunterlagen etc. oder Übungs-Tipps für mich? Darüber würde ich mich sehr freuen (es eilt auch nicht!) 😊

Zu Achtsamkeit und Skills fühle ich mich schon gut informiert. Spannend für mich wären vor allem der Umgang mit Gefühlen sowie das Thema Selbstwert.

18 Kommentare zu „Unterwegs in fremden Therapie-Gewässern / Frage an euch

  1. Also in „meiner“ Traumaklinik wurden uns immer Arbeits- und Infoblätter aus
    „Interaktives Skillstraining für Borderline-Patienten“ aus dem Schattauer-Verlag ausgeteilt.
    https://www.amazon.de/Interaktives-Skillstraining-Borderline-Patienten-Therapeutenmanual-Programmfreischaltung/dp/3794528271/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1524399490&sr=1-1&keywords=interaktives+skillstraining+für+borderline-patienten&dpID=519r5fnYKZL&preST=_SY264_BO1,204,203,200_QL40_&dpSrc=srch

    Das fand ich ganz angenehm, die Blätter sind auch ganz putzig gestaltet und es ist nach unterschiedlichen Modulen aufgeteilt. Vielleicht ist das ja etwas für dich! 🙂

    Gefällt 4 Personen

    1. Unsere Arbeitsblätter waren auch aus dem Buch. Kann ich sehr empfehlen. Die ersten vier Module sind für die Einsteiger. Die acht Hauptmodule für die “Experten“. Da geht es hauptsächlich um den Umgang mit Gefühlen und die dazugehörigen Skills. Die Skills “entgegengesetztes Handeln“ und “Held des Alltags“ helfen mir aktuell bei der Emotionsregulation. Lieben Gruß 🙂 E.

      Gefällt 2 Personen

      1. Ganz lieben Dank!
        Das mit den Einsteiger- und Expertenmodulen wusste ich noch nicht. Achtsamkeit kenne ich halt aus der Depressionstherapie zu Genüge, aber Emotionsregulation ist gerade voll „meins“.

        Liebe Grüße

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    2. Vielen lieben Dank!
      Ich habe vorhin mal nachgeschaut und tatsächlich stammen meine bisherigen Arbeitsblätter alle aus dem Buch, das du empfohlen hast. Ich finde auch, sie erklären sehr gut und mit Humor. Leider ist der Preis des Buches für mich zu hoch, aber vllt finde ich es ja mal irgendwo zum Ausleihen oder meine Bezugsschwester leiht es mir mal.

      Liebe Grüße

      Liken

  2. Hmmm ich muss gestehen, ich hab dazu nie ein Buch gelesen, meine Therapeutin hat DBT-Elemente wie die Diary Card und das Skills-Training immer einfach eingebaut – die Sachen sind superhilfreich aber leider hab ich keine Empfehlung, was den Lesestoff angeht…

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    1. Trotzdem danke😊
      Ich soll momentan Spannungsprotokolle führen und ggf. Verhaltensanalysen nach Problemverhalten. Ist eine Diary Card dann ähnlich wie ein Spannungsprotokoll?

      Liebe Grüße

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      1. Spannungsprotokoll musste ich ganz zu Beginn meiner Therapie mal machen. Aber damit habe ich ja eigentlich nicht so das Problem. Fand es unglaublich schwer, eine passende Beurteilung abzugeben. Wie gelingt es dir?

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      2. Kein Thema 🙂
        Die Diary Card ist so ne fixe Vorlage, wo zwar Problemverhalten vorkommt, aber auch andere Dinge wie z.B. der Schlaf, positive Ereignisse, und ob man Skills angewendet hat. Ich finde, sie gibt einem allgemein ganz einen guten Überblick, welche Faktoren mitspielen, wenn es vermehrt zu Problemverhalten kommt. Ist wirklich ein bisschen wie ein vorgefertigtes Logbuch, wenn das Sinn macht…weit nicht so detailliert wie eine VA.
        Liebe Grüße

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      3. Klar, kein Thema 🙂
        Wenn du magst, kann ich dir die Vorlage einscannen und mailen…falls das irgendwie hilfreich ist 😀
        glg

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  3. Leide auch unter Trichotillomanie.. hab aber keine Selbsthilfe oder sonst was probiert. Welche Anlaufstellen kann ich hier angehen?

    Wie unterlässt du es Bzw. Welche Tricks hast du , die dich davon abhalten?

    Danke und Grüße aus Ulm 🙂
    Phil

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    1. Hallo Philipp,
      Antonia Peters von der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen litt lange unter Trichotillomanie, sie hat einen Ratgeber für Betroffene dazu geschrieben und führt auch telefonische Beratungen durch. Diese habe ich in Anspruch genommen und fand es sehr hilfreich: http://infostelle.trichotillomanie.de/beratung.html

      Was mir persönlich hilft sind vor allem manuelle Skills, wenn der Reißdrang zu stark wird – z.B. Knete kneten, Kreuzworträtsel, Hauptsache Hände beschäftigt. Daneben versuche ich mögliche Trigger wie Pinzetten aus meinem Sichtfeld zu verbannen und mir Notizen zu machen darüber, in welchen Situationen der Impuls verstärkt auftritt, um zu schauen, welche Gefühle dahinterstehen. Ich konnte feststellen, dass die Trichotillomanie bei mir viel mit Emotionsregulation zu tun hat … Wie ist es bei dir?

      Alles Gute!
      Nelia

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      1. Ich mus offengestanden sagen, dass ich gar nicht so wirklich weiß was die auslöser sind. Manchmal ist es einfach so beim TV schauen. Auf arbeit, wenn die hand an der Maus isat zieh ich am Bart oder am kopf bissle rum. Wenn ich das slebst merk denk ich mir „jetzt ist schluss“.

        auf die Frage „Ich konnte feststellen, dass die Trichotillomanie bei mir viel mit Emotionsregulation zu tun hat … Wie ist es bei dir?“

        Ich denke, dass hier, vorallem im Privatleben und in der Beziehen schon vieles dadurch beeinflusst wird. Ich fühl mich oft schlecht z.B. weil meine geschiwster sich nicht melden. Aber bin auch sehr speziell was meine Laune in der Beziehung angeht. Ich bin sehr launisch.. das muss kein Grund geben.. Innerlich denk ich mir dann „wieso bin ich sauer“ aber nach außen bleib ich standhaft und fühl mich dann auch etwa hintergangen, wenn mein Partner sich z.B. nicht daran hält, was wir ausmachen.

        Jetzt am Wochende z..B. haben wir ausgemacht dass er um 16 Uhr kommt (Spanne 16/17 Uhr) Wurde dann halt 17:05 und Montag so früh wie möglich weg gewesen.. war dann montag total enttäusch..

        Gibt sicher eine Menger auslöser.. Von Kindheit bis heute 🙂
        Aber da würd ich mich lieber mit jemand unterhalten bzw. generell in Kontakt treten… keine Telefonnummer, jemand mit dem man nett schreiben/telefonieren oder auch mal treffen kann 🙂

        ♥-lichen Dank für deine Antwort

        Phil

        Gefällt 1 Person

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