Meine Hospitationseindrücke

Die als mein Ansprechpartner fungierende Stationsleiterin hat mich freundlich begrüßt. Im Laufe des Tages konnte einige Eindrücke sammeln, mich schon mit einzelnen Patienten unterhalten oder etwas spielen. Vieles war anders, als ich im Vorfeld gedacht habe und es war insgesamt eine lehrreiche und spannende Erfahrung.
Ich habe aber auch gemerkt, dass eine (teilweise) geschützte Station eine andere Welt ist im Vergleich zu den offenen Stationen, die ich aus meiner eigenen Patientengeschichte kenne. Deswegen war ich mir oft unsicher, auf welche Patienten ich von allein zugehen kann, um mich z.B. als Gesprächspartnerin anzubieten oder wie ich mich am besten bei bestimmten Symptomen verhalte, die ich nicht aus eigenem Erleben kenne (Wahnvorstellungen, Aggressivität … ). Um im Ernstfall schnell Hilfe anfordern zu können, wurde ich wie der Rest des Teams mit einem Alarmgerät ausgestattet. Ein Umstand, der mir doch ein ziemlich mulmiges Gefühl machte ebenso wie die Warnung vor einem bestimmten sehr aggressiven Patienten.

Mein persönliches Erfolgserlebnis des Tages war eine angenehme längere Unterhaltung mit einem jungen Mann, der von sich aus immer wieder das Gespräch mit mir suchte. Wir sprachen ein wenig über den Grund für seinen Aufenthalt, aber auch Alltägliches wie Hobbys und Haustiere.

Zwischendurch hatte ich allerdings auch öfters nichts zu tun, sodass ich die FSJlerin beim Bettenbeziehen und ähnlichen Tätigkeiten unterstützt habe, die eigentlich nicht in den Aufgabenbereich eines Genesungsbegleiters fallen.

Als die Stationsleitung am Ende des Tages meinte, sie könne sich mich als Praktikantin dort gut vorstellen, habe ich mich gefreut. Wir sind dann aber beide darin übereingekommen, dass es wahrscheinlich besser wäre, wenn, dann das zweite – statt direkt das erste – Praktikum auf einer geschützten Station zu machen.
Ich möchte gerne erst einmal auf einer offenen Station oder in der Tagesklinik Erfahrungen sammeln, also dort, wo mehr Patienten mit „meinen“ Diagnosen sind, die ich vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen dann vielleicht auch besser unterstützen und ermutigen kann, die sich besser konzentrieren können und wo es auch mehr Gruppen- und Therapieangebote gibt, bei denen ich hineinschnuppern und Ideen für eigene Angebote entwickeln kann. Ich denke, auf einer offenen Station würde es mir leichter fallen, mich erst einmal in meine neue Rolle als Genesungsbegleiterin einzufinden.

Ein Kommentar zu „Meine Hospitationseindrücke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s