Unter Wasser

Nach außen hin unsichtbar formt sich in mir über einige Tage eine Flut aus Gedanken und Gefühlen, ausgelöst durch eine Reihe kleiner unscheinbarer Elemente. Schließlich zieht sie mich unter die Wasseroberfläche. Das Gefühl innerlich zu erstarren, das ich so sehr hasse, lässt mich noch tiefer sinken.

Die Außenwelt ist mir jetzt zu viel. Ich suche Zuflucht in meiner Wohnung als sicherem, gemütlichen Nest, stelle mein Handy auf lautlos und lasse das Außen Außen bleiben. Baden, Kaffee, Tee, Rückzug auf Couch oder Sofa, Lesen, Malen, Videos schauen, Essen. Hauptsache, die Zeit vergeht. Mein Bedarfsmedikament dämpft das innere Toben.

Ich versuche hinzuschauen, herauszufinden, was die Flut entfesselt hat, was ich dagegen tun könnte. Trotzdem fühlt es sich nach Ertrinken an.

Während die Stunden zu langsam verstreichen, beruhigt sich das Meer in mir allmählich wieder. Meine Starre löst sich und ich tauche auf und atme erleichtert in tiefen Zügen die klare Luft ein.

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