Rückschlag

Mein Zustand hat sich leider so verschlechtert, dass ich die Wiedereingliederung pausieren musste und jetzt vorerst krankgeschrieben zuhause bin. Das wiederum fühlt sich für mich sehr nach Versagen an … Vielleicht war die eine Woche, die ich mir nach der Entlassung bis zum Arbeitsbeginn zum Eingewöhnen zugestanden habe doch zu wenig im Nachhinein betrachtet.

Aber nun gut, es ist, wie es ist. Ich greife nun auf meine bewährten Strategien zurück und gebe mein Bestes,um bald wieder fit zu werden.

Hart

Ich hätte nicht gedacht, dass die Umstellung von der Klinik auf meinen normalen Alltag so hart wird.

Vielleicht hängt das mit der Länge des Aufenthalts zusammen oder der Intensität der Therapie dort?

Jedenfalls habe ich Schlafstörungen und Panikattacken, seit meine Wiedereingliederung gestartet ist. Dazu bin ich dünnhäutig bzw.nah am Wasser gebaut. Das alles, obwohl ich mich auf die Arbeit und meine Kollegen gefreut habe und eine mögliche Weiterverlängerung damals in der Klinik abgelehnt habe.

Da helfen wohl nur Geduld und Selbstmitgefühl …

Ich sein

Ich will mich nicht mehr darüber definieren, „die Zwangserkrankte“ oder die “chronisch Kranke“ zu sein, denn das habe ich jetzt (insgeheim) doch längere Zeit getan. Diesen Teil von mir lasse ich los bzw. ich merke, dass ich das bereits getan habe. Stattdessen möchte ich einfach ich sein. Die Frau, die Bücher und Kaffee liebt und ihre Familie und Freunde, die dezent schusselig ist und verträumt. Die ihre Stärken und Schwächen hat, ihre Wünsche und Werte und die so viel mehr ist als eine Ansammlung von Symptomen.