Kampf mit dem inneren Kritiker

„Du arbeitest nicht in dem Beruf, für den du studiert hast. Und selbst das, was du jetzt machst, kriegst du nicht auf die Kette. Du Versagerin. Guck dich an, du bist über 30 und hast kaum etwas von den Dingen erreicht, die du dir immer für dein Leben erträumt hast. Hast keinen Mann mehr, keine Kinder und im Job läuft es auch nicht gut. Und dann noch die fünf Kilo mehr auf der Waage, die du nicht runterkriegst. Kein Wunder, dass A. dir einen Korb gegeben hat. Was will er mit so einer Depri-Tante wie dir? Dein Leben ist eine Reihe von Fehlschlägen und es wird nicht besser werden.“

So ähnlich tönt es durch meinen Kopf. In der Schematherapie würden wir sagen, es ist mein innerer Kritiker, der sich so gehässig äußert. Ich nenne es manchmal für mich auch die Stimme der Depression. Sie ist mal mehr, mal weniger laut. Heute ist sie besonders mächtig und ich muss viel Kraft einsetzen, um mich von ihr nicht niederbrüllen zu lassen.

Besserung

Sonnenstrahlen legen sich immer wieder auf meine Seele,

vertreiben den grauen Depressionsnebel und lassen Hoffnung zurück, wo vorher

Angst und Niedergeschlagenheit regierten. Meine Kraft kehrt langsam zurück und

ich fühle mich wieder wie ein Mensch und nicht mehr wie ein Schatten meiner Selbst.