Tipp: Podcastfolge zu EX-IN

Das Team eines meiner Lieblingspodcasts, Jung und Freudlos, beschäftigt sich in der aktuellen Folge mit dem Thema EX-IN und führt dazu ein Interview mit einer Genesungsbegleiterin.
Also, wer gerne mehr darüber erfahren möchte, wie die Arbeit eines Genesungsbegleiters ausschauen kann, welche Voraussetzungen es für die Weiterbildung braucht usw.: Reinhören! 😉

Anbei der Link:

https://juf.podigee.io/56-ex-in

Buchvorstellung: „Zwischen meinen Worten“

Ich lese zwischendurch immer wieder gerne Jugendbücher, insbesonders, wenn sie Tiefgang haben. Deswegen möchte ich euch heute den Roman von Mia vorstellen.

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Seitenzahl: 586

Preis: 14,99 Euro (Taschenbuchversion)

Formate: Taschenbuch oder e-Book

„Lia hält jeden auf Abstand. Niemand weiß von ihrer Essstörung und womit sie zu kämpfen hat. Doch alles könnte sich ändern, als sie plötzlich den gutaussehenden Noah aus ihrer Schule in ihrem Therapiezentrum trifft. Für beide ist klar, dass sie diese Begegnung so schnell wie möglich vergessen wollen, aber das ist gar nicht so leicht, wenn man sich jeden Tag in der Schule sieht. Außerdem findet sie Noah netter, als ihr lieb ist. Und ihm scheint es ähnlich zu gehen, denn aus irgendeinem Grund will er immer mehr Zeit mit ihr verbringen. Zu gerne würde sie mit jemandem über ihr Gefühlschaos reden, aber die Beziehung zu ihren Eltern ist das reinste Drama und selbst ihre beste Freundin Gina weiß nicht, was wirklich in ihr vorgeht. Umso verrückter ist es, dass sie Noah und ihrer Mitschülerin Samira plötzlich mehr Vertrauen schenkt, als jemals jemand anderem zuvor.“

(Klappentext)

Bereits nach drei Tagen hatte ich „Zwischen meinen Worten“ durchgelesen, was allein schon einiges über die Qualität des Buchs aussagt 😉

Es handelt sich um einen Young Adult-Roman, der jedoch auch für ältere Leser lesenswert ist, da er viele wichtige Themen anspricht – und zwar auf eine Art und Weise, die sich authentisch liest statt belehrend oder gekünstelt.
So geht es neben Essstörungen, Depression und Therapie z.B. auch um Alltagsrassismus und Vorurteile, das Leben als Scheidungskind und toxische Eltern-Kind-Beziehungen. Daneben finden sich auch für ein Jugendbuch gängige Themen wie (erste) Liebe, der Schulalltag, die Suche nach der eigenen Identität und Freundschaft. Besonders das Letzterem, der Freundschaft, eine tragende Rolle im Handlungsverlauf zukommt, hat mir sehr gut gefallen! Als Leser erleben wir mit, wie sich drei Jugendliche, die sich aus unterschiedlichen Gründen in schwierigen Lebenslagen befinden, gegenseitig aufbauen, einander Halt geben und sich weiterentwickeln.

Die Charaktere werden mit Liebe zum Detail dargestellt; interessant und gelungen fand ich in diesem Zusammenhang den Perspektivenwechsel.
Der Schreibstil liest sich sehr angenehm. Es gab immer wieder Textpassagen, die ich mir markiert habe, weil sie mich berührt haben bzw. ich mich als Mensch, der selbst mit seelischen Erkrankungen kämpft, darin wiederfinden konnte und verstanden gefühlt habe.
Das klingt jetzt vielleicht alles eher ernsthaft, aber: Auch der Humor kommt nicht zu kurz, was vor allem an meinem Lieblingscharakter Samira liegt.

Insgesamt gesehen hätte man meiner Meinung nach die ein oder andere Stelle etwas kürzen können, ansonsten habe ich aber nichts zu kritisieren, sondern bin sehr angetan von diesem besonderen Roman.