Abends vom Yogakurs kommen

… und sich mit einmal lebendig und glücklich fühlen. Vergessen sind Entfremdungsgefühle, die Angst vor der Gruppensituation im Vorfeld, die Traurigkeit und Gereiztheit vom Rest des Tages.

Huch, stimmt, ich habe ja einen Körper. Ich atme, spüre die Freude durch meinen Adern fließen. Ich lebe!

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Gänseblümchen der Woche (5)

  • Die letzte Woche war ich mehr oder weniger unmotiviert in Sachen Sport. Diese Woche war ich dann wie vorgenommen 2 x Walken, was mir gut tat. Auch das Sportprogramm in der Tagesklinik hilft mir spürbar, gerade was Derealisation und Depersonalisation angeht, mit denen ich zur Zeit vermehrt ringe.
  • Zusammen mit einer Freundin habe ich eine ehemalige Mitpatientin in der Klinik besucht, in der ich damals stationär war. Es war ein schöner, etwas sentimentaler Moment für mich, als ich dabei zufällig auf meinen Lieblingspfleger von damals traf, er sich an mich erinnerte und wissen wollte, wie es mir geht.
  • Über die Woche hindurch immer wieder What´s Appen mit Annie.
  • Ein Einkaufsbummel mit einer Freundin, bei dem ich endlich neue T-Shirts für mich gefunden habe. Dank etwas Ermutigung habe ich mich getraut, meine Unsicherheit zu überwinden und mal eine kräftigere Farbe als sonst zu nehmen 😉
  • Ich habe mich inzwischen wieder an meine Uniskripte gesetzt. Mein Plan ist, Schritt für Schritt wieder an´s Lernen zu kommen.

Der Sport und ich

… oder auch: Ein kleines Wunder ist geschehen, nun muss es nur noch von Dauer sein 😉

Wie ich schon einmal geschrieben hatte, bin ich nicht gerade sportlich, sondern eher eine Coach-Potato. Meine Hobbys und Interessen sind allesamt ruhiger Art, abgesehen vom Spazieren Gehen. Während meine Familie und mein Mann Freude am Sport haben, habe ich abgesehen von einigen kurzen Motivationsanflügen, die dann wieder im Sande verliefen, in den letzten Jahren einen Bogen um sportliche Aktivitäten gemacht. Dabei wusste ich natürlich, dass sich Sport positiv auf die Depression und die Angsterkrankung auswirken kann, war auch von meiner Familie und meiner Therapeutin mehrmals darauf hingewiesen worden. Nun ja *hust*

Während meines ersten Klinikaufenthalts hatte ich mehrere Sporteinheiten in meinem Wochenplan. Das reichte von Schwimmen über Gymnastik bis zu Walken und Ballsportarten. Und ich merkte, diese sportlichen Aktivitäten taten mir gut. Meine alte Freude am Schwimmen wurde wieder wach und auch Basketball und Co. machten mir Spaß, obwohl die Gruppensituation für mich immer erst mit Angst und Überwindung verbunden war. So nahm ich mir vor, nach der Entlassung daran festzuhalten.

Doch nach einigen Wochen war der gute Vorsatz bereits wieder im Alltag untergegangen. In dieser Manier ging es in den folgenden Monaten weiter, sodass meine guten Vorsätze auf Sport bezogen nie lange vorhielten.

Jetzt in der Tagesklinik ist Sport wieder ein fester Bestandteil meiner Woche und ich merke abermals, noch mehr als damals, wie gut mir das eigentlich tut.

Oha, ich habe ja einen Körper und ich kann etwas damit anfangen!

Ich bin ja doch mehr als meine endlosen Grübeleien und Zwangsgedanken!

Das Walken, die Gymnastik und Yogaübungen und vielleicht noch mehr das Ausdauertraining in den letzten Tagen haben einen positiven Einfluss auf meine Gesamtverfassung gehabt, gerade was Derealisation und Depersonalisation angeht. Deutlicher als in den Jahren zuvor erkenne ich jetzt, dass es mir gut tut, meinen Körper zu bewegen und zu spüren. Darum möchte ich gerne daran festhalten und regelmäßig Sport machen.

Mindestens 2 Mal die Woche Walken zu gehen war mein Ziel für diese Woche und hat tatsächlich geklappt. Für andere vielleicht keine große Sache, für mich etwas, auf das ich schon etwas stolz bin. Jetzt gilt es, dran zu bleiben, auch während Motivationstiefs, die irgendwann ganz sicher wieder kommen werden. Später, wenn der Rythmus einigermaßen gefestigt ist, würde ich dann gerne noch andere sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Fitnessstudiobesuche in meine Woche integrieren.