Tipp: Videoreihe zu Zwangserkrankungen

Der Psychotherapeut Professor Dr. Willi Ecker hat auf YouTube ein Projekt gestartet: Eine Reihe mit Informationsvideos zum Thema Zwangserkrankungen verstehen & behandeln. Bisher gibt es acht Videos, in denen u.a. die verschiedenen Untergruppen der Erkrankung, die gängigen Behandlungsmethoden aus der kognitiven Verhaltenstherapie und Theorien über die Krankheitsentstehung erklärt werden.

Ich bin schwer angetan und sage daher: unbedingt reinschauen, falls ihr selbst betroffen seid, zwangserkrankte Angehörige habt oder euch für’s Thema interessiert!

Anbei der Link:

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Tipp: Das Projekt „Mutmachleute“

Habt ihr schon von den Mutmachleuten gehört?

Falls nicht: Ein meiner Meinung nach tolles, unterstützenswertes Online-Projekt gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen. Entstanden ist es aus der Zusammenarbeit des Starks-Sture Verlag und der Werbeagentur designmeetsmotion.

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Ziel des Projekts ist es, mit Vorurteilen gegenüber psychischen Krankheiten aufzuräumen und für eine Gleichstellung von psychischen und somatischen Erkrankungen einzutreten. Außerdem sollen mögliche positive Seiten aufgezeigt werden, die sich aus dem Leben mit einer psychischen Erkrankung ergeben können. Im Fokus sollen die Ressourcen und Stärken Betroffener stehen.

Was ist denn an einer psychischen Krankheit bitte positiv? mag der ein oder andere an dieser Stelle vielleicht einwenden. Und ja, ich kann diesen Einwand voll nachvollziehen. Wenn man gerade tief in einer depressiven Episode steckt, oder mit Panikattacken ringt, die einem das Gefühl geben, keine Luft mehr zu bekommen, oder oder odet scheint es unmöglich, dem Ganzen auch nur irgendetwas Positives abzugewinnen. Wer ist schon gerne krank? Denkt man mit etwas zeitlichem und inneren Abstand noch einmal nach, fällt einem vielleicht doch das Ein oder Andere ein: wichtige Erkenntnisse, die man ohne seine Krankheitserfahrung nicht gewonnen hätte, (wiederentdeckte) Ressourcen wie das Malen oder Sport …

Auf der Homepage der Mutmachleute kommen Betroffene verschiedener psychischer Erkrankungen, aber auch Angehörige und Experten zu Wort. In Form von Interviews erzählen sie, wie sie zu ihrer Diagnose kamen, über die Reaktionen ihres Umfelds, ihre Stärken und vieles mehr.

Annie von Hoffnungsschein hat mich auf das Projekt aufmerksam gemacht und auch selbst teilgenommen. Nach einer kurzen Bedenkzeit bin ich ihrem mutigen Beispiel gefolgt und habe mich auch interviewen lassen. (Das war ganz schön aufregend für mich, auch wenn alles nur virtuell stattfand.) Wer lesen mag, findet mein Interview hier.

Es werden übrigens noch weitere Mutmacher gesucht – Betroffene, Angehörige, Peers und Fachleute, alle sind willkommen! Also Leute, ran an die Tasten!

Lesempfehlung: Blog über aggressive Zwangsgedanken

Hiermit möchte ich euch wärmstens den Blog von Sam empfehlen, der auch unter aggressiven Zwangsgedanken leidet. Der letzte Post liegt leider schon etwas länger als ein Jahr zurück – aber ich wollte den Blog trotzdem unbedingt vorstellen, weil ich Sams Erklärungen sehr, sehr hilfreich und gut beschrieben finde. Er berichtet u.a. über seine Erfahrungen mit Expositionsübungen.

Also, wer mag, hier geht es zum Blog: Aggressive Zwangsgedanken