Lichter

Viele kleine Lichter, die ich anzünde gegen die Dunkelheit:

eines für die Natur, die mich mit ihrer Schönheit berührt,

eines für meine Familie, die mir Wurzeln gibt,

ein Licht für meine Freunde, meine Familie des Herzens,

ein Licht für all die Bücher, die mich in fremde Welten entführen,

eines für das Schreiben, das meine Seele befreit,

für den Kaffee am Morgen,

für dein Lachen und deine Umarmungen,

für das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun mit meiner Arbeit.

Meine Lichter leuchten mir den Weg und ich weiß, ich bin auch im Dunklen nicht verloren.

Perspektivwechsel

Es ging mir gut. So gut, dass ich mich ziemlich gesund gefühlt habe, bis eine Reihe stressiger Ereignisse meinen Weg kreuzte und meine Psyche mit dem altbekannten Muster reagierte: mit Symptomen. Und obwohl es nicht das erste Mal ist, dass das passiert, fühlt es sich doch jedes Mal wieder frustrierend an.

Ich versuche mich gerade mit einem Perspektivwechsel: froh darüber zu sein, dass es mir überhaupt so gut ging, anstatt darum zu trauern, dass dieser Zustand nicht länger bestand hatte. Was schwerer ist, als es sich anhört, bin ich doch von Haus aus Pessimistin. Oder ist das Pessimistische an mir in Wahrheit nur ein Depressionssymptom? Gute Frage. Egal, Perspektivwechsel also. Es ging mir gut und es wird mir auch irgendwann in Zukunft wieder gut gehen; ich muss nur durch dieses Tief hindurch und darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Let’s talk about Vertrauen, Geduld und Zuversicht.

Es ist okay

Meine Liebe,

es ist okay, wenn du dich an manchen Tagen am liebsten zuhause vor der Welt verkriechen möchtest, dort, wo es sicher und gemütlich ist.

Es ist okay, wenn du phasenweise müde bist und enttäuscht, wenn Symptome sich zurückmelden und dir dann einfach nur wünschst, „ganz“ gesund zu sein.

Es ist okay, um deine Ehe zu trauern und das Gefühl zu haben, niemand versteht deinen Schmerz.

Es ist okay, dir manchmal so sehr eine eigene Familie zu wünschen und sich gleichzeitig zu fragen, ob du überhaupt eine gute Mutter sein könntest.

Es ist okay, manchmal in den Spiegel zu schauen und dich zu fragen, wo die Jahre geblieben sind und wütend und traurig darüber zu sein, wie viel Zeit dir deine Krankheiten getrübt haben.

Es ist okay, genug zu haben von dem ganzen Corona-Irrsinn.

Du darfst all das fühlen und noch mehr.

An dieser Stelle würde ich gerne mit „in Liebe“ enden, aber da ich weiß, dass du dich mit Selbstliebe noch schwer tust, bleibe ich bei „herzliche Grüße“,

dein Ich