Anruf

Heute kam, ganz unerwartet, der Anruf, dass es jetzt schon einen Platz in der psychosomatischen Klinik für mich gebe. Wenn ich ihn annehmen will, geht es Ende nächster Woche los mit der Behandlung.

Will ich?

Ich hatte aus verschiedenen Gründen damals bei den Anmeldeunterlagen angegeben, erst ab Mitte April zu können. Darum hat der Anruf heute mich dann ziemlich aus dem Konzept gebracht. Habe dann mit der Arbeit telefoniert zwecks Vertretung für mich, die organisiert werden müsste, und auch meine Therapeutin um Rückruf gebeten. Das hat sie netterweise heute nach Feierabend noch getan und wir haben zusammen versucht, mein Gedankenchaos zu sortieren. Was spricht dafür, den Platz jetzt anzunehmen, was dafür, noch etwas zu warten? (Sagte ich schon, dass ich wenig spontan bin und gern viel Vorlaufzeit für Veränderungen habe😅😙?).

Eigentlich wollte ich doch nach der anstrengenden Prüfungsphase erst einmal ein paar Tage entspannen

– Ja, aber wer weiss, wann der nächste Platz frei wird, vielleicht erst in vielen Wochen? Und du wolltest doch unbedingt dort hin, weil sie Erfahrungen mit Zwangserkrankungen haben und gut sein sollen.

Ich muss noch so viel vorbereiten und dachte, ich habe mehr Zeit dazu. Schaffe ich das alles bis nächste Woche?

Ich hab‘ Angst! Vor den ganzen fremden Menschen, davor, weiter weg von zuhause zu sein, sodass mich nicht mal eben jemand besuchen kommen kann, vor den Expositionsübungen.

Mein Partner ist leider weniger angetan von der ganzen Kliniksache, was mich aktuell belastet, aber meine Entscheidung nicht beeinflussen sollte.

Habe mir jetzt Bedenkzeit bis morgen bei der Verwaltung erbeten und werde mich dann entscheiden (müssen).

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Scherbensplitter

Ich wünschte, ich könnte es dir irgendwie sichtbar machen, das Chaos in meinen Inneren aus

AngstHoffnungSchuldgefühlenSchamleisewachsendemSelbstbewusstsein

SelbstablehnungGrübelnMutVerzweiflungGlückZuversichtWutaltemSchmerz

LebensfreudeStolzLebensmüdigkeitLiebeTraurigkeitZukunftsträumen

und so vielem mehr, damit du mich besser verstehst.

Ich wünschte, du könntest es fühlen, irgendwie, für einen Augenblick nur nachvollziehen, wie ich mich anstrenge. Denn deine Vorwürfe schneiden wie Scherbensplitter in meine Seele.

Ich wünsche mir so sehr, dass du mich siehst und anerkennst, dass ich kämpfe.