Dieses Jahr

… brachte eine Trennung.

… war ich für 8 Wochen Patientin auf der Depressionsstation.

… gab es vor allem in dieser Zeit Verzweiflung, Trauer und alten, reaktivierten Schmerz.

…konnte ich von einer Anpassung meiner Medikation sowie der weiteren ambulanten (Schema-)Therapie und seit kurzem auch Ergotherapie gut profitieren.

… habe ich mein Masterstudium auf unbestimmte Zeit eingefroren und empfinde das als Erleichterung.

… habe ich mich sehr geschämt zum Jobcenter zu müssen, den Besuch dort länger vor mir hergeschoben und mir Begleitung dabei gewünscht – und es am Ende doch ganz allein geschafft.

… konnte ich mir mit der EX IN-Ausbildung einen kleinen Wunschtraum erfüllen.

… habe ich mein erstes Praktikum im Rahmen der Ausbildung erfolgreich absolviert.

… haben mich die Lebensgeschichten meiner MitschülerInnen im Kurs beeindruckt und bewegt und ich konnte viel aus dem Unterricht auch für mich persönlich mitnehmen.

… habe ich meinen Blog von privat wieder auf öffentlich gestellt.

… war ich das erste Mal bei der Jahrestagung der DGZ dabei.

… hatte ich viele schöne Momente mit meiner Familie und meinen Freunden.

… habe ich Unterstützung von verschiedenen Seiten erfahren, für die ich sehr dankbar bin.

… habe ich viele gute Bücher gelesen, Dokus geschaut und Podcasts für mich entdeckt.

… hatte ich eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit.

… habe ich mich selbst das Jahr über besser verstehen gelernt, insbesonders meine Selbstwirksamkeit entdeckt und langsam angefangen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin, Selbstmitgefühl zu entwickeln und mehr für mich einzutreten.

… freue ich mich auf das neue Jahr mehr als das letztes Jahr um diese Zeit der Fall war.

An dieser Stelle ein von Herzen kommendes Danke für eure Begleitung das Jahr über. Ich wünsche euch ein gesundes neues Jahr mit vielen guten Momenten und schönen Erlebnissen, lieben Menschen an eurer Seite und Kraft für die anstrengenden und schweren Augenblicke! Wir lesen uns dann 2020 😉

Gänseblümchen der Woche (102)

  • Inzwischen ist nur noch 1 Therapiesitzung vom genehmigten Stundenkontingent übrig. Angesichts meiner aktuellen Situation keine schöne Aussicht … Meine Therapeutin macht sich nun aber an das notwendige Gutachten für eine Verlängerung. Und beruhigte mich mit den Worten, wir fänden eine Lösung. In der Zeit, bis der Bescheid vom Gutachter eintrudelt, darf ich wie gehabt im gewohnten Rythmus zu ihr kommen – obwohl sie weiss, dass ich im Fall einer Antragsablehnung nicht das Geld hätte, diese Stunden aus eigener Tasche zu bezahlen. Sie geht also für mich das Risiko ein, ggf. umsonst gearbeitet zu haben – sofern sie diese Stunden nicht irgendwie anders abrechnen kann – was mich sehr berührt.
  • Telefonieren mit Mama und meiner Schwester
  • die moralische und tatkräftige Unterstützung meiner Freundinnen, nachdem ich ihnen von den unschönen neuen Entwicklungen erzählt habe. Tiefe Dankbarkeit.
  • spannender Lesestoff für den Kindle
  • die Info, dass ich mich zum Ende des Semesters hin wohl doch nicht zwangsweise exmatrikulieren muss, sondern mein Studium von Amts wegen in Teilzeit weiterführen darf. Das verschafft mir Zeit, in Ruhe darüber nachzudenken, ob bzw. wann es mit der Uni für mich weitergehen soll.
  • Schokoladen-Espresso-Eis entdeckt
  • mehrere wichtige Termine für die nächste Zeit ausgemacht

Eine Instant-Lösung zum Mitnehmen, bitte!

So schnell kann’s gehen: gestern noch ausgeglichen, zuversichtlich und fröhlich, heute ängstlich, angespannt, deprimiert und wütend.

Was war los?
Kurz gesagt: Behördenirrsinn, das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden und durch’s Sozialsystem zu fallen.

Die längere Version:

Die Dame vom Jobcenter, mit der ich vor ein paar Tagen schon mal telefoniert hatte, rief mich heute zurück, um über eine mögliche Terminvorverlegung zu reden. Dabei kamen wir auch auf das Thema Urlaubssemester zu sprechen und damit nahm das Unheil seinen Lauf.

Sie erwähnte in einem Nebensatz, dass ich bei Wiederaufnahme des Studiums nach dem Urlaubssemester keinen weiteren Anspruch auf Leistungen hätte.

Daraufhin erwiderte ich, dass es ja die sogenannte Härtefallregelung für längerfristig erkrankte Studenten gebe, bei denen ohne finanzielle Unterstützung der Studiumsabbruch droht. Und ich auch im Bekanntenkreis jemanden habe, bei der dies genehmigt wurde. Dass ich daran denke, nach dem Urlaubssemester einen Antrag zu stellen, um diese Regelung in Anspruch zu nehmen.

Woraufhin die Dame meinte, diese Regelung gebe es tatsächlich, aber die Bestimmungen dazu seien sehr konkret mit wenig Ermessensspielraum. Heißt, ich müsste alle vorgeschriebene Kriterien erfüllen, um für mein restliches Masterstudium eine Finanzierung vom Jobcenter in Form eines zinslosen Darlehens zu erhalten. Einige der Kriterien erfülle ich definitiv, andere wahrscheinlich nicht.

Und jetzt?

Ich weiß, das neue Semester ist noch ein paar Monate hin. Vorerst bin ich noch krank geschrieben und vom Studium beurlaubt und damit nach Auszug meines Manns auf jeden Fall auch leistungsberechtigt. Und ich habe ja auch noch die Genesungsbegleiter-Ausbildung offen, die ein Herzenswunsch von mir wäre. Plus die Unsicherheit, ob ich mein Studium überhaupt noch abschließen möchte/kräftemäßig kann.

Trotzdem sind meine (finanziellen) Ängste gerade stark und mein Anspannungslevel entsprechend hoch. Ich habe keinen Baföganspruch mehr, möchte nicht noch einen weiteren Studienkredit aufnehmen und schaffe es momentan gesundheitlich nicht, so viel wie früher neben dem Studium zu jobben. Am liebsten hätte ich direkt jetzt und hier eine Lösung für das Problem. Was natürlich nicht realistisch ist.

Einmal tief Durchatmen bitte!