Gänseblümchen der Woche (43)

  • Sonne. Es ist jedes Mal auf’s Neue für mich erstaunlich, was sonnige Tage meistens mit meiner Stimmung anstellen können. Dafür reicht oft schon ein kurzer Spaziergang aus oder auf der Terrasse zu sitzen.
  • Die 2. Expositionsübung geschafft. Als Belohnung (sie legen hier in der Therapie großen Wert darauf, dass man sich nach einer Expo belohnt – von wegen das Gehirn zum Umlernen bewegen) wollte ich mir einen Eiskaffee gönnen. Spontan schlossen sich noch zwei Mitpatientinnen an und so wurde es eine angenehme Runde im Café.
  • Mich getraut, in der Visite zwei Anliegen/Bitten vorzutragen, die mir wichtig waren
  • Telefonieren mit Annie
  • zufällig beim Stadtbummel ein Sommerkleid gefunden, in dem ich mich sehr wohl fühle #teamschwarzweiß
  • Von zwei Mitpatientinnen gefragt worden, ob ich mit ihnen etwas unternehmen möchte. Je nach Stimmungslage ist es für mich eine erstaunliche Erkenntnis, dass Menschen, die mich nicht gut kennen, freiwillig etwas mit mir machen möchten. Es lebe der Selbstzweifel 😒
  • eine schöne Postkarte von meiner Mutter bekommen
  • seit einigen Tagen bin ich Haare-ausreiß-frei. Meine Co-Therapeutin hat ziemlich intensiv mit mir an Strategien gegen die Trichotillomanie gearbeitet und auch, wenn ich manchmal noch kleine Rückfälle habe, läuft es gerade doch deutlich besser als zuhause
  • das größte Gänseblümchen der Woche: meine Mama und mein Bruder haben sich relativ spontan entschlossen, mich zu besuchen und der Nachmittag mit ihnen tat mir so gut.
Kaffee und Kuchen mit meiner Familie

(Infos zu den „Gänseblümchen“ findet ihr bei Annie von Hoffnungsschein. Diese schöne Idee stammt von ihr und wer mitmachen möchte, kann sich gerne anschließen!)

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Manchmal (3)

Manchmal mag ich nicht mehr. Dann mache ich trotzdem weiter. Und mit etwas emotionalem und zeitlichen Abstand bin ich dann froh darüber, (mich) nicht aufgegeben zu haben.

Gänseblümchen der Woche (42)

  • Die erste Expositionsübung geschafft. Genauer gesagt waren es sogar zwei Übungen, denn meine Co-Therapeutin und ich haben relativ spontan entschieden, nicht nur eine Expo zu den Ordnungszwängen zu machen, sondern auch zu bestimmten Zwangsgedanken. Die zweite Übung war deutlich anstrengender als Erstere; am Ende des Tages fühlte ich emotional und körperlich wie unter die Räder gekommen. Aber: Ich habe es geschafft!💪
  • Als Belohnung für die erfolgreiche Exposition habe ich mir ein Hand Lettering-Buch geschenkt. Zufällig fand ich dann in der Stadt auch noch einen günstigen, schönen Rock. Eine glückliche Fügung, weil ich beim Packen für die Klinik leider vor allem wärmere Sachen eingepackt hatte …
  • Nachrichten von und Telefonieren mit meinen Lieblingsmenschen
  • die Diagnose soziale Phobie. „Ist die jetzt vollkommen übergeschnappt, wer freut sie sich denn über eine (F-)Diagnose?“, könnte man jetzt denken. Freuen ist in diesem Zusammenhang wohl auch das falsche Wort. Ich denke, Erleichterung trifft es besser. Denn: Jetzt habe ich einen Namen für Probleme, die mich seit meiner Teenagerzeit begleiten und die über normales Schüchtern Sein hinaus gingen/gehen. Ich habe meine sozialen Ängste lange der Depression oder den Panikattacken zugeordnet, sozusagen als Begleiterscheinung. Jetzt weiß ich, wieso diese Problematiken auch schon einige Jahre vor der ersten Depression bestanden und auch in Phasen da waren , in denen Depression und Panikattacken remittiert bzw. nur schwach ausgeprägt waren. Ich habe nun eine Erklärung bekommen, die mir hilft, an meinen Schwierigkeiten zu arbeiten. Ich nehme hier am Gruppentraining für Soziale Kompetenzen teil und finde das bisher echt hilfreich. Und eine so große Überraschung war das Ganze ehrlich gesagt auch nicht. Ich hatte beim Lesen von Artikeln und Blogposts zum Thema soziale Phobie schon manchmal gedacht, dass einiges davon auf mich zutrifft. Und im Entlassungsbericht von der Depressionsstation damals findet sich sogar der Begriff als solcher … Nun: vorrangig Erleichterung und Dankbarkeit, passende Hilfe zu bekommen!
  • heute ein Spaziergang in der Sonne
  • nette Gespräche mit meinen Mitpatienten und ein, zwei geplante gemeinsame Unternehmungen
  • ein kniffliges Sudoku gelöst
  • eine coole Zeichnung, die meine Mutter für mich gemacht hat

(Infos zu den „Gänseblümchen“ findet ihr bei Annie vom Blog Hoffnungsschein. Diese schöne Idee stammt von ihr und wer mitmachen möchte, kann sich gerne anschließen!)