Bericht: Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen (1)

Anfang November war ich auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. in der LWL Uniklinik Bochum.

Die Tagung findet ein Mal jährlich mit einem Oberthema an wechselnden Gastgeber-Standorten statt und ist offen für Betroffene, Angehörige, Fachleute oder einfach am Thema Interessierte. Man muss nicht Mitglied der DGZ sein, um teilnehmen zu können.

Das diesjährige Thema: Zwangsstörungen im Zusammenhang mit anderen psychischen Erkrankungen und sich daraus ergebene Herausforderungen bei der Diagnostik.

Die Tagung erstreckt sich immer über zwei Tage und besteht aus Vorträgen verschiedener Experten, Workshops, einer Mitgliederversammlung der DGZ, Kaffee- und Kuchenpausen und optional einem gemeinsamen Abendessen. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal dabei und musste als DGZ-Mitglied zum Glück keine Tagungsgebühren zahlen, diese sind nämlich leider nicht so günstig (wobei es Rabatt für Studierende und Azubis gibt).

Zunächst war ich überrascht, dass doch deutlich mehr Fachleute als Betroffene da waren (und ich dort zufällig auch auf mehrere meiner ehemaligen Behandler traf 😉 ). Nach einer Zeit hatte ich mich aber mehr oder weniger daran gewöhnt und muss sagen, ich hatte nicht das Gefühl, von der Profiseite aus nicht als gleichwertige Gesprächspartnerin angesehen zu werden. Vielmehr ergaben sich im Anschluss an die Vorträge und Workshops, zwischendurch oder auch im Bus auf der Hinfahrt immer wieder mal nette und spannende Gespräche.

Insgesamt betrachtet bin ich wirklich froh, da gewesen zu sein, denn ich habe sehr viel Input bekommen sowohl für mich persönlich bzw. meine weitere Behandlung als auch für den Blog und vielleicht auch für die spätere Arbeit als Genesungsbegleiterin. Und das beruhigende Gefühl, dass es Forscher*innen und Behandler*innen gibt, die dem – trotz der hohen Anzahl an Betroffenen – leider immer noch Randthema Zwangserkrankungen ihre Aufmerksamkeit widmen und sich Mühe geben, neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und bestehende zu verbessern bzw. sich für ihre zwangserkrankten Patienten fortzubilden. Und natürlich sind da auch die engagierten Betroffene und Angehörige, die uns Zwangserkrankten in verschiedenen Kontexten eine Stimme geben und sich für mehr Aufklärung, Entstigmatisierung und noch bessere Behandlungsbedingungen einsetzen!

(Im zweiten Teil des Berichts erfahrt ihr dann, was ich inhaltlich gelernt habe, z.B. neue Erkenntnisse über Behandlungsmethoden und die Rolle von Zwangsstörungen im kommenden IDC 11).

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