Rückschlag

Mein Zustand hat sich leider so verschlechtert, dass ich die Wiedereingliederung pausieren musste und jetzt vorerst krankgeschrieben zuhause bin. Das wiederum fühlt sich für mich sehr nach Versagen an … Vielleicht war die eine Woche, die ich mir nach der Entlassung bis zum Arbeitsbeginn zum Eingewöhnen zugestanden habe doch zu wenig im Nachhinein betrachtet.

Aber nun gut, es ist, wie es ist. Ich greife nun auf meine bewährten Strategien zurück und gebe mein Bestes,um bald wieder fit zu werden.

Lichter

Viele kleine Lichter, die ich anzünde gegen die Dunkelheit:

eines für die Natur, die mich mit ihrer Schönheit berührt,

eines für meine Familie, die mir Wurzeln gibt,

ein Licht für meine Freunde, meine Familie des Herzens,

ein Licht für all die Bücher, die mich in fremde Welten entführen,

eines für das Schreiben, das meine Seele befreit,

für den Kaffee am Morgen,

für dein Lachen und deine Umarmungen,

für das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun mit meiner Arbeit.

Meine Lichter leuchten mir den Weg und ich weiß, ich bin auch im Dunklen nicht verloren.

Wintersemester, ich komme!

Über zwei Jahre habe ich jetzt mit der Uni ausgesetzt. Zunächst, weil finanzielle Gründe es mir unmöglich machten, mein Studium in Vollzeit fortzusetzen, dann auch aus privaten und gesundheitlichen Gründen.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich in dieser Zeitspanne nicht über eine Exmatrikulation nachgedacht hätte. Mein Bachelorstudium hat krankheitsbedingt länger gedauert als die Regelstudienzeit und irgendwann zeichnete sich ab, dass es im Master ähnlich laufen würde. Und das nagt(e) sehr an meinem Selbstbewusstsein. Wollte ich weiterstudieren, müsste ich mich (wieder) meinem ungesunden Perfektionismus und dem selbgemachten Leistungsdruck mit daraus resultierenden Prüfungsängsten stellen. Eine Mammutaufgabe.

Dem gegenüber klang ein Studiumsabbruch für mich öfters wie die gesündere Alternative. Eine, die meinem Seelenfrieden eher zuträglich ist.

Andererseits war mir aber auch klar, dass es mich wahrscheinlich lange innerlich verfolgen würde, wenn ich abbreche. Denn ich habe gerne studiert, war eine gute Studentin und habe extra Studienkredite aufgenommen, um studieren zu können. Und das soll nun alles umsonst gewesen sein?! Lange war es mein Traum, später an der Uni als wissenschaftliche Mitarbeiterin zu arbeiten.

Und nun?

Den Plan, ausschließlich an der Uni zu arbeiten, habe ich angesichts der Arbeitsbedingungen dort irgendwann verworfen. (Ich sage nur Wissenschaftszeitvertragsgesetz und gerade im geisteswissenschaftlichen Bereich Stellen mit einem Umfang, von denen es schwer ist eine Familie zu ernähren. Und inzwischen habe ich ja auch mit der Genesungsbegleitung einen neuen Bereich entdeckt, der mir Spaß macht und mir am Herzen liegt. Langfristig würde ich nun gerne die Ex In-Arbeit und mein Studium miteinander verbinden. Zwischen beidem gibt es mehrere Schnittstellen, die mich interessieren, z. B. im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit oder Psychiatriegeschichte.

Deswegen möchte ich mein Studium ab dem kommenden Wintersemester in Teilzeit wieder aufnehmen und versuchen, die mir noch fehlenden Scheine für den Masterabschluss machen. Jetzt, da ich endlich finanzielle Sicherheit durch meine Stelle habe und nicht mehr Existenzängste im Nacken, wird mir das Studieren hoffentlich etwas leichter fallen, weil ein großer Stressfaktor entfällt. Und wenn es nicht klappen sollte, ist das auch okay. Ich möchte es ganz druckfrei versuchen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf neue spannende intellektuelle Herausforderungen!