Ein paar Tage

Content Note: Lebensmüde Gedanken

Vergangenes Wochenende hatte ich lebensmüde Gedanken/Impulse. Nur wenige Tage sind seitdem vergangenen und doch hat sich in dieser kurzen Zeit so viel Gutes und Wertvolles ereignet. Hätte ich meinen dunklen Gedanken nachgegeben, hätte ich diese Dinge verpasst:

– die Abschiedsfeier mit zwei lieben Mitpatientinnen

– die Einladung zum Probearbeiten für eine Stelle, die mich wirklich interessiert

– das Herumalbern mit meiner Schwester

– das mutmachende Telefonat mit A.

– viele unterstützende Nachrichten von Familie und Freunden

– das Angebot der Station, noch zwei bis drei Wochen teilstationär zu kommen jetzt nach der Entlassung

Was für einen Unterschied ein paar Tage machen können … Ich bin froh, durchgehalten zu haben.

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Kampf mit dem inneren Kritiker

„Du arbeitest nicht in dem Beruf, für den du studiert hast. Und selbst das, was du jetzt machst, kriegst du nicht auf die Kette. Du Versagerin. Guck dich an, du bist über 30 und hast kaum etwas von den Dingen erreicht, die du dir immer für dein Leben erträumt hast. Hast keinen Mann mehr, keine Kinder und im Job läuft es auch nicht gut. Und dann noch die fünf Kilo mehr auf der Waage, die du nicht runterkriegst. Kein Wunder, dass A. dir einen Korb gegeben hat. Was will er mit so einer Depri-Tante wie dir? Dein Leben ist eine Reihe von Fehlschlägen und es wird nicht besser werden.“

So ähnlich tönt es durch meinen Kopf. In der Schematherapie würden wir sagen, es ist mein innerer Kritiker, der sich so gehässig äußert. Ich nenne es manchmal für mich auch die Stimme der Depression. Sie ist mal mehr, mal weniger laut. Heute ist sie besonders mächtig und ich muss viel Kraft einsetzen, um mich von ihr nicht niederbrüllen zu lassen.